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Pfarrei

Geschichte

Pfarrgeschichte

Die Anfänge der Pfarrei Kirchehrenbach liegen ebenso im Dunkeln wie der Bau des ersten Gotteshauses in der Ortschaft. Jedenfalls existiert zu Beginn des 12. Jahrhunderts bereits eine Kirche, deren Bartholomäuspatrozinium aber kaum über das 11. Jahrhundert hinausreichen dürfte. Die örtliche Überlieferung berichtet von der Weihe eines Marienaltares am Tage des heiligen Barnabas durch Bischof Otto von Bamberg, zu dessen Begleitern auf der ersten Missionsreise nach Pommern im Jahre 1124 auch der Priester Werinher von Erenbach gehört. Etwa gleichzeitig stiftete Friedrich II. von Leutenbach für sich und seine Frau Mechthild einen Jahrtag in diesem Gotteshaus, das wohl bereits zu diesem Zeitpunkt die Funktion einer Pfarrkirche erfüllt. 1168 bezeugt der Priester „Wernher von Erhenbach“ zusammen mit drei weiteren Geistlichen eine Stiftung des Pfarrers von Heiligenstadt. Dass Kirchehrenbach mindestens seit dem Ende des 12. Jahrhunderts als Pfarrei anzusehen ist, kann einer um 1195 ausgefertigten Urkunde entnommen werden, in der unter den Zeugen der „plebanus“ (=Pfarrer) Bruno de Ermbach erscheint.

Bei der ersten Kirchehrenbacher Pfarrkirche haben wir es mit einer adeligen Stiftung zu tun. Nach Jahrhunderte langer Überlieferung werden als Gründer Adenold (=Adelvolc) und seine Frau Reitz (=Reichza) sowie das Brüderpaar Reynold (=Reginold) und Eberhard aus dem edelfreien Geschlecht der Herren von Reifenberg namentlich erwähnt. Zu ihnen gesellen sich die Edelfreien von Leutenbach, ein Heinrich von Slömen und seine Frau sowie eine Reihe ungenannt bleibender Guttäter aus Oberehrenbach. Sie haben offensichtlich den Grundstock zu einer hinreichenden Ausstattung von Gotteshaus und Pfarrei gelegt. Die hier bezeugten Angehörigen des Reifenberger Geschlechts treten urkundlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in Erscheinung und sind auch als Gründer des Klosters Speinshart in der Oberpfalz überliefert. Mit dem Tod der beiden Brüder 1190 auf einem Kreuzzug erlischt die Familie. Der letzte Edelfreie von Leutenbach urkundet im Jahre 1203. Die nur sehr fragmentarischen Wandermalereien im Turmuntergeschoss dürften in die Zeit der Pfarrstiftung zurückreichen.

Kirchehrenbach entwickelt sich in der Folgezeit zu einem kirchlichen Zentrum im unteren Wiesenttal. Sein Sprengel umfasst das Gebiet der heutigen katholischen Pfarreien Niedermirsberg, Weilersbach und Leutenbach ebenso wie das der nun protestantischen Seelsorgebezirke Hetzelsdorf, Egloffstein und Thuisbrunn. Die Einkünfte der Pfarrei müssen recht bedeutend gewesen sein, denn im Jahre 1349 überlässt sie Papst Clemens der VI. dem Bamberger Bischof zur Nutznießung. Für die Vermehrung des Pfarrbesitzes haben vor allem Mitglieder der im Ort begüterten Adelsfamilien durch fromme Stiftungen gesorgt. Ein Guttäterverzeichnis führt nahezu 100 einzelne Namen aus diesem Personenkreis auf.

Eine besondere Stellung nehmen im Spätmittelalter die Herren von Wiesenthau ein. Nach einem 1360 gefällten Schiedsspruch üben sie zu Kirchehrenbach und auf der Ehrenbürg den Kirchweihschutz aus, bestellen die Gotteshauspfleger und nehmen deren Jahresrechung ab. Die Eltern des gegen Bischof Leupold klagenden Brüderpaares Konrad und Eberhard von Wiesenthau werden ausdrücklich als Stifter der Kirche bezeichnet. Demnach hat in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein Neubau bzw. eine Erweiterung des Gotteshauses in Kirchehrenbach stattgefunden. Das Erbbegräbnis der Feiherren von Wiesenthau zu Hundshaupten und der Groß-Pfersfelder zu Weilersbach dürfte in diese Zeit zurückreichen.

Ab dem 15. Jahrhundert verkleinert sich durch die Errichtung neuer Pfarreien der Einzugsbereich der Mutterkirche Kirchehrenbach. Es werden abgetrennt Thuisbrunn (vor 1421), Niedermirsberg (1439), Egloffstein (vor 1510), Hetzelsdorf (Mitte 16 Jh.), Leutenbach (1620) und Weilersbach (1850 Lokalkaplanei, 1937 Pfarrei). Verblieben sind bis heute im Pfarrverband der Weiler Kolmreuth (Gde. Pretzfeld) und die Ortschaft Reifenberg mit der Filialkirche St. Nikolaus (Gde. Weilersbach). Schon vor 1500 haben Einwohner Kirchehrenbachs eine Frühmesse am Marienaltar gestiftet, jedoch nur unzureichend mit Einkünften ausgestattet. Der Priester Johann Bühler ergänzt mit seinem gesamten Vermögen die Dotation dieser Pfründe, die 1506 von Bischof Georg III. bestätig werden kann. Neben dem Lesen der Messe am Sonntagmorgen ist der Frühmesser verpflichtet, dem Pfarrer bei gottesdienstlichen Verrichtungen zur Hand zu gehen. Im Jahre 1647 lässt Fürstbischof Melchior Otto das in der Brunngasse gelegne Frühmesshaus verkaufen und vereinigt die Messstiftung mit der Pfarrpfründe.

Markgrafen- und Dreißigjähriger Krieg schmälern vorübergehend die Einkünfte von Pfarrei und Gotteshaus, die kirchlichen Gebäude werden jedoch nur geringfügig in Mitleidenschaft gezogen.

Zur Unterstützung des Pfarrers wird 1748/49 auf Verlangen der Pfarrgemeinde eine Kaplanei errichtet und damit eine Tradition wieder aufgenommen, die 1620 mit der Abtrennung der Filiale Leutenbach zu Ende gegangen war. Die Stelle kann aber seit Jahrzehnten infolge des Priestermangels nicht mehr besetz werden.

Quelle: Auszug aus dem Kirchenführer